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135 Millionen Euro für die Mode von morgen: Reju plant Recycling-Riesen in den Niederlanden

06.04.2026

Zirkuläre Rohstoffe im Industriemaßstab als klares Ziel

Example rendering of a Reju Regeneration Hub.jpg
© Reju
Der Textilbranche steht ein massiver Umbruch bevor:  Kreislaufwirtschaft  ist eines der wirklich großen Themen . Das Unternehmen Reju hat sich eine Förderung in Höhe von 135 Millionen Euro gesichert, um im niederländischen Chemelot Industrial Park eine der modernsten Recycling-Anlagen Europas zu errichten. Das Ziel: Den Kreislauf für Polyester endlich im industriellen Maßstab zu schließen.

Textilabfälle landen heute noch viel zu oft auf Deponien oder in der Verbrennungsanlage. Das Start-up Reju (ein Tochterunternehmen von Technip Energies mit Wurzeln in der IBM-Forschung) will das ändern. Mit der massiven Kapitalspritze aus dem niederländischen Förderprogramm NIKI (Nationale Investeringsregeling Klimaatprojecten Industrie) wird der geplante „Regeneration Hub“ in Sittard-Geleen nun Realität.
 

Ein Wendepunkt für zirkuläre Mode 

Die Förderung ist weit mehr als nur ein finanzieller Boost; sie ist ein klares Signal für den Standort Europa und die industrielle Dekarbonisierung.

Patrik Frisk, CEO von Reju, betont die Bedeutung dieses Meilensteins:
„Diese Förderung ist ein starkes Vertrauenssignal. Am Standort Chemelot werden wir zirkuläre Rohstoffe im industriellen Maßstab bereitstellen und ein übertragbares Modell für ganz Europa etablieren.“
 

Warum dieses Projekt den Unterschied macht 

Das Besondere an dem Verfahren von Reju ist die Spezialisierung auf schwer recycelbare, polyesterhaltige Materialien. Während herkömmliches Recycling oft an Mischgeweben scheitert, verwandelt Reju diese Abfälle in hochwertige Zwischenprodukte für die Textilproduktion.
 

Die Vorteile auf einen Blick:
 

  • Massive Emissionssenkung: Das produzierte „Reju Polyester“ verursacht rund 50 % weniger CO₂-Emissionen als neu hergestelltes Polyester auf fossiler Basis.

  • Echte Kreislaufwirtschaft: Aus Alttextilien werden neue Garne und Stoffe – ein echter Textil-zu-Textil-Kreislauf.

  • Industrielle Synergie: Der Standort im Chemelot Industrial Park ermöglicht die Nutzung vorhandener Infrastruktur und die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen.
     

Strategischer Standort: Chemelot 

Die Wahl auf den Chemiepark Chemelot fiel nicht zufällig. Das etablierte Ökosystem bietet ideale logistische Voraussetzungen und eine Energieinfrastruktur, die eine effiziente Skalierung ermöglicht. Damit wird der Hub nicht nur zur Fabrik, sondern zum Prototyp für zukünftige Anlagen weltweit.
 

Mit diesem Projekt rückt die Vision einer Textilindustrie, die ohne fossile Rohstoffe auskommt, ein großes Stück näher. Wenn die Anlage den Betrieb aufnimmt, könnte sie zum wichtigsten Puzzleteil in der europäischen Strategie für eine nachhaltige Circular Economy im Textilbereich werden.

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