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10 Jahre Nationalpark Donau–Auen – Zwischenbilanz und Perspektiven

25.10.2006

Schutzgebiets–Report des Umweltdachverbands zeigt aktuelle Herausforderungen auf

ja © Nationalpark Donau–Auen GmbH
ja © Nationalpark Donau–Auen GmbH
Am 27. Oktober 2006, feiert der Nationalpark Donau–Auen seinen 10. Geburtstag. Im letzten Jahrzehnt wurden viele Grundlagen geschaffen, um Wertvolles zu bewahren und negativen Entwicklungen zu begegnen. Dennoch ist in diesem Schutzgebiet bei weitem nicht alles eitel Wonne – von Verkehrsfragen über die notwendige Nationalpark–Erweiterung bis hin zur Situation der Donau als Wasserstraße. "Das Jubiläum ist nicht nur Anlass zum Feiern, sondern desgleichen auch der richtige Zeitpunkt, um anstehende Herausforderungen zu diskutieren. 10 Jahre nach dem Startschuss bleibt für die Au– und NaturschützerInnen keine Zeit, sich auf dem Erreichten auszuruhen", sagt Dr. Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Anlässlich des Jubiläums hat der Umweltdachverband ein Dossier "10 Jahre Nationalpark Donau–Auen – Zwischenbilanz und Perspektiven" erarbeitet, das die aktuellen Herausforderungen für das Nationalpark–Management und die verantwortliche Politik auf den Punkt bringt. Dr. Heilingbrunner präsentierte das Dossier heute im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Dr. Friederike Spitzenberger, Vizepräsidentin des Umweltdachverbandes, und dem Präsidenten des Forums Österreichischer Wissenschaftler, Dr. Reinhold Christian.
Neue Impulse punkto Nationalpark–Erweiterung, Management, Verkehrsfragen & Co.
"Das Dossier, das zugleich die erste Ausgabe einer Reihe von ,Schutzgebiets–Reports‚ ist, mit denen wir weitere Nationalparks kritisch–konstruktiv beleuchten werden, soll dem Nationalpark Donau–Auen einen neuen Impuls geben", so die drei Auschützer unisono.
Um die Donau–Auen nachhaltig zu schützen, gilt es folgende Herausforderungen anzugehen:
** Es ist unerlässlich, die Komplettierung des Schutzes ostösterreichischer Flusslandschaften durch die Errichtung eines großen grenzüberschreitenden Nationalparks Donau–March–Thaya– Auen zwischen Österreich, der Slowakei und Tschechien voranzutreiben und die Erweiterung des Nationalparks Donau–Auen um die vom Umweltdachverband geforderten und im 15a– Staatsvertrag vorgesehenen 2.200 Hektar endlich zu realisieren.
** Bundeseinheitliche Vorgaben bzw. eine Neuregelung hinsichtlich Vereinheitlichung von Organisation, Finanzgebarung und ökologischem Management im Nationalpark Donau–Auen sind überfällig.
** Dringend erforderliche Finanzressourcen für Forschung, Monitoring und Naturschutz könnten durch die notwendige Neuregelung der Entschädigungsfrage mobilisiert werden.
** Ein Ausbau der Fahrwassertiefe der Donau darf die Empfehlung der Internationalen Donauschutzkommission (2,5 m) nicht überschreiten. Eine darüber hinausgehende Eintiefung der Schifffahrtsrinne würde wesentlich höhere Kosten für die SteuerzahlerInnen und massive ökologische Eingriffe in den Nationalpark sowie einen Ausbauzwang auch der restlichen unverbauten Donauabschnitte zu Folge haben.
** Es ist unerlässlich, die Verkehrssituation im Umfeld des Nationalparks durch den Ausbau und ein attraktives Angebot des öffentlichen Verkehrs – z. B. Bau eines attraktiven Schnellbahnnetzes – nachhaltig zu entlasten.
** Eine zukunftsweisende und dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichtete österreichische Energiepolitik, die sich klar zur Förderung und zum weiteren Ausbau Erneuerbarer Energiequellen, sowie zum Einsatz von Energiespar– und Effizienzmaßnahmen bekennt, ist das Gebot der Stunde. Eine nachhaltige Energiepolitik, zukunftsorientiert und unter Berücksichtigung von Natur– und Klimaschutz, ist auch im Hinblick auf die Erhaltung unserer Nationalparks und Schutzgebiete mehr denn je nötig!
Das komplette Dossier "10 Jahre Nationalpark Donau–Auen – Zwischenbilanz und Perspektiven" ist als Download abrufbar unter:
www.umweltdachverband.at
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25.10.2006 | Autor*in: holler
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