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10.000 Österreicher berechnen ökologischen Fußabdruck

20.11.2006

Magazin NEWS und WWF präsentieren Ökoatlas Österreich

ja © www.agendax.at
ja © www.agendax.at
Gemeinsam mit dem Magazin NEWS präsentierte der WWF in der letzten und online auf www.news.at/fussabdruck den ersten Ökoatlas Österreich. Mehr als 10.000 Online–Teilnehmer haben auf www.fussabdruck.at in den letzten vier Wochen ihren persönlichen ökologischen Fußabdruck berechnet.
Der Ökoatlas zeigt, welche Bezirke in Österreich eine größere ökologische Verantwortung haben als andere. Das burgenländische Güssing stellte sich als der umweltfreundlichste Bezirk heraus, Tamsweg in Salzburg ist das grüne Schlusslicht Österreichs. Bei den Landeshauptstädten gewann St.Pölten, Eisenstadt erreichte den letzten Platz.
Der durchschnittliche ökologische Fußabdruck beträgt in Österreich nach Auswertung der vollständig ausgefüllten Onlinetests pro Person 5,24 Hektar. Damit wird das Ergebnis des WWF Living Planet Report (4,9 Hektar pro Person), der im Oktober von der Umweltorganisation in Peking vorgestellt wurde, nahezu bestätigt. Die
grüne Goldmedaille erhält Güssing, Silber geht an Fürstenfeld und Bronze an Villach Land.
Durch ein intelligentes Umweltkonzept mit Fernwärme und öffentlichen Verkehrsmitteln ist Güssing Vorreiter. "Wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft, ist es für die Bürger leichter, umweltbewusst zu leben", lobt WWF–Geschäftsführerin Hildegard Aichberger das Güssinger Modell. Die Öko–Schlusslichter Österreichs sind Voitsberg, Hermagor und zuletzt Tamsweg. Güssing und Tamsweg sind hinsichtlich ihrer Entfernung zu einem Ballungszentrum vergleichbar. Dennoch benutzen die Güssinger viel stärker die "Öffis". In Tamsweg fahren 80 Prozent der Einwohner monatlich mehr als Tausend Kilometer mit dem Auto. Während die Güssinger zu 87 Prozent heimische Lebensmittel kaufen, essen die Tamsweger diese nur selten. Letztere sind mit ihrem Umweltverhalten selbst zu 75 Prozent unzufrieden.
In der Rangliste der Landeshauptstädte führt St. Pölten (5,05 Hektar) die Liste der ökologischsten Städte an. Vor allem die Fernwärme, das Abschalten der Standby–Funktion bei Elektrogeräten und die regional–saisonale Wahl der Lebensmittel verringerte den dortigen durchschnittlichen Fußabdruck. Am schlechtesten schnitt Eisenstadt mit 5,44 Hektar pro Person ab. Auffallend sind dort die besonders großen Wohnungen der Testteilnehmer, die den Fußabdruck steigerten. Jeder Testteilnehmer konnte nach Erhalt seines Ergebnisses ein "Geschenk an die Erde" machen. 40 Prozent würden demnach am ehesten auf Energie aus ökologischen Quellen umsteigen, 38 Prozent wollen ihren Lebensstil im Bereich Ernährung ändern. Nur zwölf Prozent würden ihren Papierverbrauch reduzieren und zehn Prozent ihr Verkehrsverhalten. Insgesamt schätzen sich 62 Prozent der Teilnehmer als sehr umweltbewusst ein und nur drei Prozent geben an, überhaupt nicht oder nur wenig auf die Umwelt zu achten. Das österreichische Gesamttestergebnis zeigt jedenfalls, dass sich die Österreicher als wesentlich umweltbewusster einschätzen als sie tatsächlich sind.
Der vom WWF erstellte Living Planet Report – die weltweit größte Studie zum Umweltzustand des Planeten – beinhaltet zwei alarmierende Ergebnisse: Der Report zeigt, dass seit 1970 die weltweite Artenvielfalt um 30 Prozent abgenommen hat. Auch der globale ökologische Fußabdruck stieg seit 1961 massiv an. Die jedem Menschen zustehende durchschnittliche produktive Fläche auf der Erde beträgt 1,8 Hektar. Im Jahr 2003 verbrauchte jeder Mensch 2,23 Hektar im globalen Durchschnitt. Das übersteigt die biologische Tragfähigkeit des Planeten um nahezu ein Viertel. Nach dem WWF–Report hat Österreich einen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Hektar und liegt auf Platz 19 in der Rangliste aller Länder der Welt. Die umweltfeindlichsten Länder sind die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA. Schon längst lebt die Menschheit nicht mehr von den "Bio–Zinsen" des Planeten sondern von seinem Kapital.
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20.11.2006 | Autor*in: holler
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