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1.000 E-Lkw auf Österreichs Straßen: Elektromobilität im Schwerverkehr nimmt Fahrt auf

07.08.2026

Praxistaugliche Elektro-Lkw setzen sich durch - Bessere Anreize sind jedoch für den Umstieg notwendig

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© VCÖ
WIen - Ein  VCÖ-Briefing zeigt spannende Details auf: Der Schwerverkehr in Österreich wird zunehmend elektrisch: Im Juni 2026 wurde der 1.000. batterieelektrische Lkw mit mehr als 3,5 Tonnen zugelassen. Anfang 2021 waren es erst 47 Fahrzeuge, Ende 2024 bereits 314. Zwar machen E-Lkw damit erst rund 1,4 Prozent des Bestands von etwa 75.000 schweren Lkw und Sattelzügen aus, der Trend zeigt jedoch klar in Richtung emissionsfreier Antriebe.

Der Umstieg gilt nicht nur als wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur Stärkung der Energieversorgung. Rund 70 Prozent der Gütertransporte auf der Straße werden in Österreich per Lkw abgewickelt. Elektro-Lkw benötigen dabei nur etwa ein Drittel der Energie vergleichbarer Diesel-Fahrzeuge und könnten den hohen Dieselverbrauch im Güterverkehr deutlich senken. Angesichts geopolitischer Krisen und drohender EU-Klimastrafzahlungen gewinnt diese Entwicklung zusätzlich an Bedeutung.
 

Im europäischen Vergleich liegt Österreich mit einem E-Lkw-Anteil von 8,2 Prozent bei den Neuzulassungen zwar über dem EU-Durchschnitt von 5,6 Prozent. Länder wie Island, die Schweiz, Norwegen oder Schweden sind jedoch bereits deutlich weiter. Experten warnen deshalb davor, dass Österreich seine gute Ausgangsposition verlieren könnte. Grund dafür sind sinkende Fördermittel und geplante Einschränkungen beim Förderprogramm ENKU, das künftig vor allem Kleinstunternehmen unterstützen soll.
 

Dass Elektro-Lkw längst alltagstauglich sind, beweisen zahlreiche österreichische Unternehmen. So bauen unter anderem Hofmann & Neffe, Schlager Transporte, Schachinger Logistik, Lidl, Rewe, Hödlmayr, die Stag-Gruppe und Knauf ihre elektrischen Lkw-Flotten kontinuierlich aus. Schachinger errichtet in Hörsching zudem einen Großbatteriespeicher mit 60 Megawattstunden Kapazität und will künftig ausschließlich Elektro-Lkw anschaffen.
 

Als Vorbild gilt die Schweiz. Dort sorgen eine deutlich höhere Lkw-Maut für Diesel-Fahrzeuge sowie höhere Dieselpreise dafür, dass sich Elektro-Lkw wirtschaftlich wesentlich schneller rechnen. Der jährliche Kostenvorteil eines E-Lkw gegenüber einem Diesel-Lkw kann dort rund 40.000 Euro betragen – in Österreich sind es derzeit lediglich rund 10.000 Euro.
 

Fachleute sehen daher Handlungsbedarf. Neben einer Reform der Lkw-Maut und dem Abbau steuerlicher Vorteile für Diesel wird auch ein Bonus-Malus-System nach internationalem Vorbild diskutiert. Dabei würden Zulassungsabgaben für Diesel-Lkw direkt in die Förderung emissionsfreier Fahrzeuge fließen. Klar ist: Soll der Umstieg auf klimafreundliche Transportlösungen weiter Fahrt aufnehmen, braucht es verlässliche und attraktive politische Rahmenbedingungen.
 

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07.08.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
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