Sunlighthouse in der Praxis. Erwartungen bisher erfüllt
25.6.2012Familie Dorfstetter testet und berichtet im Internet
Pressbaum- Mit Österreichs erstem CO2-neutralen Einfamilienhaus ist VELUX angetreten den Beweis zu erbringen, dass ökologisches und ressourcenschonendes Bauen nicht im Widerspruch zu guter Architektur und höchster Wohnqualität steht. Die erste Zwischenbilanz des auf ein Jahr ausgelegten Monitorings fördert durchwegs positive Ergebnisse zutage. Das mehrfach ausgezeichnete Sunlighthouse ist nun seit März im Praxistest. Yasmin und Ludwig Dorfstetter testen gemeinsam mit ihren beiden Kindern, ob es tatsächlich gelingt, Energie-Überschuss und CO2-Neutralität in Kombination mit hohem Tageslicht-Anteil und ökologischen Materialien zu realisieren. Bisher nur graue Theorie, stellt sich das Aktivhaus nun unter schwierigen Bedingungen wie Hanglage und schattigem Grundstück dem Familien-Alltag. Ob das Experiment gelingt? Alle Details werden wissenschaftlich ausgewertet, Familie Dorfstetter berichtet laufend im Internet.
Experiment mit Magnetwirkung
Der Ansturm auf die Website der Sunlighthouse-Family-Suche war enorm. Über hundert Familien aus ganz Österreich wollten sich die einzigartige Chance nicht entgehen lassen, die Zukunft grünen Bauens und Wohnens mitzugestalten. Und gleichzeitig ein ganzes Jahr lang mietfrei im architektonisch ansprechenden und ökologisch einzigartigen Traumhaus mit Panoramablick zu leben.
Familie mit Know-how und Lust auf Abenteuer
Yasmin und Ludwig Dorfstetter konnten nicht nur durch ihre sympathische Ausstrahlung, Abenteuergeist und ihre Begeisterung für das Projekt überzeugen. Beide bringen durch ihre beruflichen Tätigkeiten auch wertvolles Wissen im Bereich Ökologie in das Projekt mit ein:
Der Niederösterreicher Ludwig Dorfstetter (31 Jahre) arbeitet bei den Österreichischen Bundesforsten als Spezialist für Privatwaldbewirtschaftung. Die gebürtige Allgäuerin Yasmin Dorfstetter (29 Jahre) ist als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Forschungskooperation Klimaschutz eine Idealbesetzung für die Aufgabe, das Sunlighthouse einem gründlichen Praxistest zu unterziehen: “Beruflich steht der nachhaltige Umgang mit natürlichen Ressourcen bei uns schon lange im Vordergrund. Deshalb sind wir begeistert, im Rahmen dieses Experiments auch privat die Zukunft des ökologischen Bauens und Wohnens ein Stück mitzugestalten.”
Die beiden Wahl-Salzburger testen nun mit ihren Kindern Johann (2 Jahre) und Alfred (4 Jahre) wie sich das Konzept des Aktivhauses, das Energieeffizienz, Umwelt und gesundes Innenraumklima vereinen will, in der Praxis bewährt. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt, werden die ökologische Sicht auf Bauen und Umwelt nachhaltig verändern. Beim einjährigen Test ist die Familie nicht alleine. Zahlreiche Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen begleiten und unterstützen sie auf ihrem Weg.
Berichte aus dem Sunlighthouse-Alltag
Das Sunlighthouse in Pressbaum ist Teil der europaweiten VELUX-Initiative ModelHome 2020, die zeigt, wie sich energieeffizientes Bauen mit geringsten CO2-Emissionen und gesundem und behaglichem Wohnklima verbinden lässt.
Das erste CO2-neutrale Einfamilienhaus Österreichs
Das Sunlighthouse wurde von VELUX in enger Zusammenarbeit mit HEIN-TROY Architekten, der Donau-Universität Krems und dem IBO, dem Österreichischen Institut für Baubiologie und –ökologie, entwickelt.
Im Sinne des Aktivhaus-Prinzips geht es um eine gesamtheitliche Sicht: Nicht nur die Energie für den Heiz-Wärmebedarf steht im Vordergrund, sondern ein geringerer Gesamt-Energieverbrauch, die Verwendung umweltschonender Baustoffe und ein gesundes Innenraumklima mit viel Tageslicht und frischer Luft. Die für den Betrieb des Hauses notwendige Energie stammt ausschließlich aus erneuerbaren Energieträgern. Entstanden ist so nicht nur Österreichs erstes Haus, das in Errichtung und Betrieb völlig CO2-neutral ist, sondern als sogenanntes Plus-Energie-Haus sogar laufend mehr Energie erzeugt als es verbraucht. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden alle denkbaren Möglichkeiten ausgeschöpft: Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe für die Heizung und thermische Solarkollektoren für die Warmwasseraufbereitung, Photovoltaikelemente, sensorisch gesteuerte Fensterlüftung, hocheffiziente Elektrogeräte, Baustoffe aus Recycling-Materialien und nachwachsenden Rohstoffen – die Liste der Maßnahmen ist mehr als umfassend.
Die optimale Nutzung des Tageslichts gab dem Haus seinen Namen: Der Fensteranteil beträgt über 50 % der Wohnnutzfläche und ist damit fünf Mal höher, als die niederösterreichische Bauordnung als Mindestmaß vorschreibt. Der hohe Tageslichtanteil unterstreicht einmal mehr die Zielsetzung, den Menschen bei diesem Wohlfühlhaus in den Mittelpunkt zu stellen: Zahlreiche Studien belegen die positive Wirkung natürlichen Lichts auf unsere Gesundheit.
Der kürzlich abgeschlossene, erste Zwischenbericht stellt dem Sunlighthouse übrigens ein gutes Zeugnis aus: Die einzelnen quantitativen Messergebnisse sind sehr erfolgversprechend und decken sich im Großen und Ganzen mit den Werten aus der Gebäudesimulation und den vorab angestellten Berechnungen.
Marginale Abweichungen gab es bei den Tageslichtmessungen, beispielsweise in der Küche. Da gegenüber den Modellannahmen für die Simulation im realen Objekt ein zusätzliches Fenster ausgeführt wurde, kommt es hier auch zu anderen Messwerten als ursprünglich angenommen. Alle übrigen Abweichungen bewegen sich in einem Rahmen von plus/minus zehn Prozent und entsprechen damit der üblichen Schwankungsbreite.
Bemerkenswert ist, dass bislang der gesamte Warmwasserwärmebedarf von der Solaranlage gedeckt werden konnte und sogar Wärmeüberschüsse produziert wurden. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Bezug auf den Stromverbrauch. Bedingt durch den Einsatz von hocheffizienten Geräten und den Verzicht auf Energiefresser wie Wäschetrockner oder Dunstabzug wurde der Stromverbrauch schon in der Planung sehr niedrig angesetzt. Dank dem sorgsamen Umgang der Familie konnten die Prognosen tatsächlich eingehalten werden.
www.sunlighthouse.at
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