© Peggy und Marco Lachmann-Anke
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Präventives Heizwerkmonitoring für NÖ Biomasseanlagen

Ein Projekt der AGRAR Plus in Zusammenarbeit mit dem Biowärmeverband NÖ im Auftrag des Amt der Niederösterreichischen Landesregierung.

In Niederösterreich bestehen aktuell an die 730 Nahwärmeanlagen, die mit regionaler Biomasse dezentrale Wärmeversorgungen sicherstellen. In den letzten drei Jahrzehnten haben viele unterschiedliche Projektgruppen, häufig unter Einbindung lokaler Land- und Forstwirte in Genossenschaften, Anlagen errichtet. Diese Projektgruppen sind auch für den ordentlichen Betrieb der Anlagen und für die Einhaltung der Standards verantwortlich.

Seit 1985 unterstützt die AGRAR Plus die Projektentwicklung von dezentralen Biomasse-Nahwärmeanlagen in NÖ. Die Beratung umfasst wirtschaftliche, technische und rechtliche Belange bei der Errichtung und Betrieb der Anlagen.

Durch die Weiterentwicklung rechtlicher und technischer Rahmenbedingungen und Normen sind hohe Standards für den Anlagenbetrieb zu beachten. Bei Verstößen dagegen und speziell bei Unfällen sind u.U. mit privatrechtlichen bis hin zu strafrechtlichen Konsequenzen durch die verantwortlichen Anlagenbetreiber zu rechnen. Am Beispiel einer Brandkatastrophe bei einer Anlage in NÖ zeigte sich klar und deutlich, wie hoch brisant sich die Risiken für alle agierenden Verantwortlichen darstellen können, auch wenn erstmals augenscheinlich ein bestehender Versicherungsvertrag den entstandenen Schaden deckt.

Ziel des Projektes ist, die in Betrieb befindliche Biomasseheizwerke durch Experten der AGRAR PLUS zu evaluieren. Das Aufzeigen von Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften, Gesetzen und Verordnungen, Behördenauflagen, Normen, technischen Richtlinien und unzureichender Versicherungsschutz aber auch gesetzlich notwendige Dienstnehmervorschriften sind die Kernpunkte des Projekt Heizwerkmonitoring. Schlagworte wie ‘Gefahrenerhöhung’ bei Betrieb von technischen Anlagenteilen und ‘grobe Fahrlässigkeit’ bei den handelnden und verantwortlichen Personen können schnell zu Fallstricken werden.

Da Projekt Heizwerkmonitoring ist eine präventive Maßnahme, um auf mögliche Mängel zu einem gesetzlich konformen Anlagenbetrieb hinzuweisen und um jegliche zukünftige Schäden an Mensch und Gut im Falle eines Schadensereignisses möglichst hintanzuhalten.

Dabei wurden drei Themenbereiche hinsichtlich ihrer Einhaltung ausgeleuchtet:

Bau- und gewerberechtliche Behördenauflagen (Bescheide), inkl. direkt und indirekt damit verbundener Rechtvorschriften und Normenwerke. Technische Dokumentationspflichten und Umsetzung der Vorgaben/Empfehlungen (Wartungsprotokolle etc.).
Überprüfung des bestehenden Versicherungsschutzes und deren möglichen Konsequenzen.
Dienstrechtliche Grundlagen und Arbeitnehmerschutzvorschriften (Unterweisungen/ Aufzeichnungen etc.).

Das präventive Monitoring und die Beratung wurden 20 Heizwerkbetreibern in NÖ gratis angeboten. Konkret sind dies Heizwerke, wo ein Wärmeverkauf an Dritte erfolgt, die vorrangig rechtlich in Form von Genossenschaften organisiert und Mitglieder beim Bio-Wärmeverband Niederösterreich sind.

Das Ergebnis des Monitorings wurde im Dezember beim Workshop ‘ ein Jahr im Heizwerk’ vor interessierten Funktionären von NÖ Biomasseanlagen aufgezeigt. Den Teilnehmern wurden notwendige Aufgaben und Überprüfungen nahegelegt, welche übers Jahr anfallen, damit ein gesetzeskonformer Betrieb gewährleistet und die persönliche Haftung minimiert werden kann.


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